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12.02.2017 – Es macht immer wieder unglaublich viel Spaß neue Dinge auszuprobieren. Eisklettern war da für mich keine Ausnahme.

Los ging es sonntags in aller Frühe von München, über Garmisch bis ins Pitztal - gemeinsam mit sieben anderen Mitgliedern der DAV Jungmannschaft der Sektion München. Geparkt wurde direkt hinter Wiese, einer kleinen Ortschaft. Zu acht machten wir uns auf den Weg zu den Eisfällen, die dort nicht weit vom Parkplatz entfernt sind.

Wer denkt, dass man schon beim normalen Felsklettern so einiges an Zeug mitschleppen muss, der darf schnell feststellen, dass es beim Eisklettern noch mehr Ausrüstung benötigt wird: Neben Seil, Klettergurt, Helm und dem Kleinkram wie Karabinern und Bandschlingen, kommen noch Steigeisen, steigeisenfestes Schuhwerk, Steileisgeräte und Eisschrauben dazu. Und das sind nur die offensichtlichen Dinge für eine Runde Schnupperklettern bei traumhaftem Wetter.

Ein Herz für Eis

Zuerst erklärten uns Maria und Lukas, die beide erfahrene Eiskletterer sind, ein paar Grundlagen. Zuerst machten wir Eiskletterneulinge uns mit unseren Steigeisen vertraut. Hierzu ging es einen kleinen Eishügel hoch und runter – und am Ende einmal herum traversiert.

Anschließend waren die Steileisgeräte an der Reihe. Vom Boden aus probierten wir aus, wie und wo man am besten ins Eis schlägt, um sicheren Halt zu bekommen. Maria veranschaulichte uns, dass es wenig Sinn macht in Eisbäuche zu schlagen, da diese leicht abplatzen. Die besser Wahl sind Vertiefungen im Eis. Da ist es deutlich unwahrscheinlicher, dass etwas wegplatzt und man das Eisgerät noch einmal neu setzen muss.

Dann machten die Routiniers sich daran, einige Top-Rope-Seile einzuhängen. Eis ist doch etwas ganz anderes, als Fels oder gar das solide Plastik der Hallengriffe. Wir Anfänger waren deshalb sehr froh, dass wir uns um das Vorsteigen erst einmal keine Gedanken machen brauchten.

Und dann nahmen wir unsere ersten Meter im Eis in Angriff. Zuerst fühlte sich das Ganze für mich noch etwas ungewohnt an, doch schon bald machte es mir einfach nur Spaß. Und auch der Rest der Gruppe war vom Eisklettern begeistert.

Im Laufe des Tages versuchten wir uns auch noch an einer Mixed-Tour. Unten am Start ging es erst einige Züge durch Fels. Absolut genial, was für Risse und kleine Vorsprünge man mit Eisgeräten und Steigeisen nutzen kann. Aber gerade der Teil im Fels war auch richtig anstrengend. Der ober Teil im Eis fühlte sich dagegen dann wie ein Spaziergang an.

Zwischendurch gab es dann noch eine Einführung in die Verwendung von Eisschrauben. Wie kann man sie verwenden, um sich im Vorstieg zu sichern? Die offensichtliche Variante ist, dass man die Schrauben ins Eis dreht und sich direkt daran einhängt. Die andere Variante ist das Bohren von Sanduhren. Man bohrt mit der Eisschraube zwei Löcher, die sich in einem Winkel größer 90° treffen. Dann fädelt man eine Reepschnur durch, verknotet die Seilenden und hat eine Möglichkeit, eine Expressschlinge einzuhängen.

Meine persönliche Erkenntnis des Tages: Eis hält deutlich mehr aus, als man denkt. Wir haben zwischendurch versucht eine relativ dünn gebohrte Sanduhr auszureißen. Die Sanduhr hat sich da recht wenig beeindruckt gezeigt. Das einzige, was angekratzt war, war die Reepschnur, die wir durchgefädelt hatten. Natürlich hatten wir super Eisbedingungen.

Dabei sollte man aber nicht vergessen, dass Eisklettern auch schnell gefährlich werden kann. Gerade diesen Winter gab es beim Eisklettern extrem viele Tote. Wenn ihr das selbst ausprobieren wollt, dann geht bitte mit Leuten die Erfahrung haben, oder besucht einen Kurs.

Und wenn ihr aus der Gegend um München seid, selbst Erfahrung habt und mich mal mitnehmen würdet, dann meldet euch. Die Kamera packe ich dann auch gerne ein, wenn ihr möchtet.