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30.08.2016 - Da das Frühstück sowieso im Preis inbegriffen ist und die Lage im Tal keinen schönen Sonnenaufgang verspricht, steht heute das erst Mal seit Vorderriß ein Frühstück auf dem Programm, das nicht aus Müsli und Wasser besteht. Das Frühstücksbuffet im Gasthof Brugger ist lecker und reichlich und so mache ich mich im Anschluss mit vollem Bauch und bester Laune auf die Tagesetappe.

Niedervintl

Von Pfunders bis nach Niedervintl geht es im Tal entlang. Mein schlaues Büchlein empfiehlt die ersten vier Kilometer mit dem Bus zurückzulegen, da es sowieso nur die Straße entlanggeht. Ohne großartige Möglichkeiten dem ganzen auszuweichen. Ich entscheide mich aber, trotzdem zu laufen. Was habe ich auch anderes den ganzen Tag zu tun? Laufen, essen, schlafen und hin und wieder fotografieren. Und dann natürlich noch die geselligen Nachmittage und Abende mit interessanten Menschen.

Es gibt tatsächlich keinen Gehweg an der Straße, allerdings findet sich keine Stelle, an der man Autos nicht gut in die Vegetation neben der Straße ausweichen kann. Abgesehen davon, habe ich an diesem Morgen Glück und es ist fast kein Verkehr auf der Straße.

In Niedervintl angekommen heißt es wieder Vorräte auffüllen. In dem kleinen Supermarkt vor Ort stocke ich Müsli, Studentenfutter und Trockensalamis auf. Müsliriegel lassen sich einfach nicht finden. Ich laufe zweimal quer durch den ganzen Laden. Fehlanzeige. Nirgendwo Packungen mit Müsliriegel. Einzelne Spezialriegel, die in einem Regal stehen sind mir dann doch zu teuer. Dann muss es die nächsten Tage wohl ohne gehen. Dafür gönne ich mir wieder ein paar frische Äpfel und ein paar Semmeln für die heutige Brotzeit.

Ortskern von Niedervintl

Bevor ich mich dann endlich an den Aufstieg Richtung Kreuzwiesenalm begebe, nutze ich die Gelegenheit und fülle meine Bargeldreserven bei der kleinen Bankfiliale im Ort nochmal auf. Kartenzahlung ist in Hütten einfach nicht üblich. Bargeld ist als essenziell.

Hütte auf einer Lichtung

Der Aufstieg aus Niedervintl ist nicht sonderlich spektakulär. Dafür komme ich auf den breiten Wegen gut voran. Und hin und wieder kann ich doch eine schöne Aussicht genießen.

Der Blick in Richtung Peitlerkofel ist wolkenverhangen

Und dann regnet es tatsächlich das erste Mal, während ich unterwegs bin. Bisher habe ich es immer noch trocken bis zur Hütte geschafft. Aber am zehnten Tag meiner Wanderung werde ich tatsächlich etwas nass. Aber alles halb so will, denn länger als 15 Minuten hält der Regen auch nicht an.

Schade nur, dass die Sicht auf die ersten Ausläufer der Dolomiten durch Wolken verhangen ist. Das wäre sicher ein wunderschöner Anblick gewesen. So muss ich mich noch begnügen, bis ich näher an diese Felsformationen komme, auf die ich mich schon lange freue.

Kreuzwiesenalm

Die Kreuzwiesenalm ist eine privat geführte Hütte, die nicht dem Alpenverein gehört. Die Übernachtungen sind teurer als auf den anderen Hütten, auf denen ich bisher war. Allerdings ist das Lager ein Traum. Auf dem Dachboden des Stalls gibt es ca 20 Schlafplätze. Es riecht aber nicht nach Vieh, sondern nach frischem Heu. Außerdem ist heute wenig los und wir teilen uns zu fünft die 20 Lagerplätze Komfort pur.

Und das Essen ist ein Traum. Grandioses Preis/Leistungsverhältnis. Der Apfelstrudel, den ich mir zum Nachtisch gönne ist einfach nur riesig und lecker. Und da ich jetzt in Italien bin, gibt es statt dem üblichen Radler heute Wein. Kostet bei gleicher Menge sogar weniger.