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29.08.2016 - Als ich an diesem Morgen die Hütte verlasse, staune ich nicht schlecht. Von dem Gewitter, das in der Nacht vorbeigezogen war, ist nichts mehr zu sehen. Die Welt erstrahlt im ersten Licht des Tages in wunderbar zarten Farbtönen. Es herrscht eine unglaublich schöne Stimmung. Ruhig und friedlich zeigt sich mir die Berglandschaft.

Der Grenzübergang im zarten Morgenlicht

Der Tag beginnt mit einem Abstieg. Allerdings werde ich nicht, wie in der ursprünglichen Etappenplanung ganz bis ins Dörfchen Stein absteigen. Dort ist eigentlich die Übernachtung vorgesehen. Durch den Schlafplatz auf dem Pfitscherjochhaus, kann ich mir einige Höhenmeter sparen, die auf die offiziellen Etappen wieder aufgestiegen werden müssten. Als mein Blick in das beschauliche Tal von Stein fällt, kommt mir aber der Gedanke, dass es dort unten vermutlich auch schön gewesen wäre. Aber man kann nicht alles haben.

Das Tal von Stein

Bald erreiche ich an einer Schotterstraße einen kleinen Parkplatz, der als Ausgangsbasis für diverse Unternehmungen in der Region dienen kann. Ein Ziel für Alpinisten in dieser Gegend ist sicher Hochfeiler. Von dem Parkplatz laufe ich auf dem Weg in Richtung der Hochfeilerhütte. Allerdings muss ich darauf achten, dass ich meine Abzweigung nicht verpasse. Mein Weg führt nicht auf den Hochfeiler sondern über das Gliderschartl. Erst laufe ich in einem Tal, auf dessen Grund um diese Uhrzeit noch kein Sonnenstrahl fällt. Allerdings kann ich verfolgen, wie sich das Licht der Sonne immer weiter die Hänge hinabbewegt. Irgendwann während des Aufstiegs, erreiche ich dann jedoch die Sonnengrenze und freue mich über die angenehmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut.

Wegweiser auf dem Gliderschartl

Auf dem Gliderschartl angekommen ist erst einmal richtig frühstücken angesagt. Meine Vorliebe an Plätzen mit schöner Aussicht zu essen, hat mich an diesem Morgen deutlich länger als sonst von den zwei Müsliriegeln zehren lassen, die ich beim Verlassen der Hütte schnell im Laufen gegessen hatte.

Dafür bietet sich mir beim Frühstück jetzt ein herrlicher Blick auf Weißkarferner, Hochfernerspitz und den Hochfeiler. Ich lasse mir Zeit, genieße den Morgen und lasse mich von den Bergen mir gegenüber faszinieren. Irgendwann werde ich hoffentlich hierher zurückkommen und die beiden Gipfel in Angriff nehmen.

Blick zum Hochfeiler

Dafür bietet sich mir beim Frühstück jetzt ein herrlicher Blick auf Weißkarferner, Hochfernerspitz und den Hochfeiler. Ich lasse mir Zeit, genieße den Morgen und lasse mich von den Bergen mir gegenüber faszinieren. Irgendwann werde ich hoffentlich hierher zurückkommen und die beiden Gipfel in Angriff nehmen.

Geröll und Wasser

Kurz nach dem Gliderschartl führt der Weg noch durch karges Gras, das mit Felsblöcken durchsetzt ist und vorbei an einem flachen, klaren See. Doch je weiter ich bergab gehe, desto saftiger wird die Vegetation und die Felsblöcke verschwinden.

Als ich an der Oberen Engbergalm vorbeikomme, nehme ich mir keine Zeit für Johannisbeersirup mit Quellwasser, wie mein Büchlein empfiehlt, sondern laufe, mit den dunklen Wolken im Nacken, direkt weiter talwärts.

Obere Engbergalm

Wie so viele Abstiege ins Tal, zieht sich die Strecke nach Pfunders ewig in die Länge. Ein kleines Highlight ist noch die Duner Klamm, die sich eine Zeit lang tief unterhalb des Wegs entlangzieht. Allerdings wünsche ich mir die ganze Zeit, dass man ein bisschen mehr davon sieht. Der Wunsch wird mir bis zum Ende der Strecke leider nicht wirklich erfüllt.

Und dann öffnet sich das Tal, in dem Pfunders liegt vor mir. Ich folge noch eine Weile einem schön angelegten Kreuzweg, bevor ich endlich Pfunders erreiche. Im Gasthof melde ich mich bei der Wirtin und bekomme ein gemütliches Zimmer zugewiesen.

Eine Weile sitze ich noch auf der Terasse, bevor es dann tatsächlich wieder anfängt zu regnen. Kurz darauf kommt Heiko angerannt. Er ist heute früh wieder nach mir gestartet und hat es so nicht ganz trocken über die Tagesetappe geschafft. Wir sitzen noch gemütlich zusammen und unterhalten uns auch mit den anderen Wanderern, die in dem Gasthof übernachten, bevor es dann ins Bett geht. Das erste Mal seit Vorderriß am zweiten Tag meiner Wanderung, dass ich unterhalb von 1500m übernachte. Und das erste mal seit vier Nächten unterhalb 2000m.

Blick in das Tal, in dem Pfunders liegt